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Der Jahresbericht des 1. Vorsitzenden Matthias Burger lockte wieder rund 40 Mitglieder in das Festungsmuseum Fort Oberer Kuhberg. Er eröffnete die Versammlung mit guten Zahlen: Die Anzahl der Mitglieder beträgt 310 und die Zahl der ehrenamtlichen Arbeitsstunden erhöhte sich auf über 12.000!

Hinzu kommen noch dutzende Stunden für Recherche- und Schreibarbeiten, die zur aktiven Arbeit notwendig sind. Bei den 388 Führungen wurden 8535 Gästen die Festungsgeschichte und unsere Arbeit näher gebracht.


Im vergangenen Jahr wurden vor allem im Festungsmuseum zahlreiche Projekte abgeschlossen oder sind kurz vor der Fertigstellung. Hierzu zählt die aufwändige Sanierung der Außenfassade des rechten Flankenturmes (Nordturm). Hier kam es, durch das undichte Dach und Gesims (Abdichtung 2014-2015), über Jahre zu einer Durchfeuchtung des senkrechten Mauerwerks. In der Folge hatte der Frost ein leichtes Spiel und zerstörte sukzessive vor allem die äußere Kalksteinschicht aus der Erbauungszeit von 1848 - 1857. Die Restaurierung erfolgt mit dem heute eher selten verwendeten Baustoff "Romanzement". Dieser wurde schon beim Bau des Forts als Bindemittel verwendet und eignet sich auch heute noch, aufgrund seiner Zusammen-setzung, hervorragend für diese Arbeiten (Bild 3 + 4). Die Fertigstellung kann noch nicht vorher-gesagt werden - die ist vom weiteren Zustand des Mauerwerks, dem Wetter und der Anzahl der Mitglieder abhängig, die jeden Samstag ab 8:00 Uhr in der "Festungs-Bauhütte Fort Oberer Kuhberg" zupacken! Neue Helfer sind hier, und für andere Projekte, gerne willkommen!
Zwei bereits vollständig abgeschlossenen Projekte wurden der Öffentlichkeit im Jahr 2016 vorgestellt: Am 8. April erschien, nach 2-jähriger Arbeit der beiden Autoren, die Vereinschronik "40 Jahre restaurieren, dokumentieren, präsentieren".
Gleich danach wurde am 8. Juli in einer Feier das "6-Pfünder Festungsgeschütz" durch den Projektleiter vorgestellt und dem Museum übergeben. Allein hier waren, über einen Zeitraum von 3-3,5 Jahren, rund 6.000 Arbeitsstunden (!) nötig, um den Nachbau umzusetzen. Nach dem Fund der Baupläne im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt, konnte es bis ins letzte Detail rekonstruiert werden.
Da die Maße im "rheinischen Zoll" angegeben waren, waren zuvor aufwändige Umrechnungen und Planungen notwendig. Finanziell oder materiell unterstützt wurde das Projekt von 4 beteiligten Firmen und einer Einzelspende. In Ulm steht nun ein bundes-, wenn nicht sogar europaweit, einzigartiges Ausstellungsstück.


Ebenfalls "auf den Punkt" hatten 3 Mitglieder die dazugehörige Literatur "Das Ulmer 6-Pfünder Festungsgeschütz von 1848" fertiggestellt und präsentiert.

Kopfzerbrechen bereiten dem Verein zwei Probleme. Zum einen, die hohe Luftfeuchtigkeit im linken Flankenturm (Südturm), der im Vorfeld für das neue Geschütz heraus-geputzt wurde. Bisher konnte noch keine Lösung zur praktikablen und kostengünstigen Entfeuchtung gefunden werden.
Das zweite Problem stellt die nicht vorhandene Lagermöglichkeit der zahlreichen Vereinsunterlagen dar. Für die Dokumente, Filme, Bilder, Akten oder die aktuellen Bücher und Printmedien, muss sehr schnell eine Lösung zur trockenen und zentralen Lagerung gefunden werden!

Im Fort Friedrichsau konnte die Dachsanierung der Kehlcaponniere fast abgeschlossen werden. Im vergangenen Jahr wurde die Erde entfernt, die Dachfläche mehrfach mit Schweißbahnen abgedichtet und schon der Kies nach oben befördert werden. In einer zeitnahen Aktion wird dann wieder die Erde aufgebracht und nach alten Plänen "modelliert". Die Arbeiten wurden nahezu vollständig von der Jugendmannschaft durchgeführt und von der Stadt unterstützt (Bild 1 + 2).
Durch das unermüdliche Engagement konnte auch der Zustand des Fort Oberer Eselsberg - Nebenwerk und anderer Festungsteile im Stadtgebiet Ulm / Neu-Ulm verbessert bzw. gesichert werden.
Selbstverständlich konnten auch im vereinseingenen Fort Safranberg und Infanterie-stützpunkt 58 im Neu-Ulmer Muthenhölzle die Grünpflege durchgeführt werden. Im 58er wurden weitere Details in den Innenräumen rekonstruiert.

Matthias Burger gab auch einen Ausblick auf das Jahr 2017. Die Planungen für den bevorstehenden 8. "Tag der Festung" am Sonntag 4. Juni laufen schon längst und sollen wieder zahlreiche Gäste nach Ulm und Neu-Ulm locken. Auch in diesem Jahr fährt wieder das "Festungsbähnle" und verbindet viele der rund 15 Stationen.
Nachdem im Fort Friedrichsau die morsche Holzbrücke demontiert werden musste, soll in den kommenden Monaten die derzeit in der Fertigung befindliche Brücke aufgebaut werden. Neben der notwendigen Zugänglichkeit über den Graben in das Reduit, wird sie das Erscheinungsbild des bekannten Forts nachhaltig prägen.
Ein größeres Projekt steht auch für den Ausbau des Festungsmuseum kurz vor der Vollendung: Derzeit werden weitere Rohre für die Geschützpräsentation gegossen.
Zu gegebener Zeit wird der Verein darüber berichten.

k Werk XLI Dachabdichtungsarbeiten u freigelegtes Widerlager 08 10 2016 11k Werk XXXII Nordturm u Werkstatt 12 11 2016 3k Werk XXXII Nordturm u Werkstatt 12 11 2016 24