Werk XXIX
Fort Unterer Kuhberg

Das Fort Unterer Kuhberg wurde von 1846 bis 1858 zwischen der Illerstraße (B-311) und Römerstraße zur Sperrung des Kuhbergs und als Sicherung zur Donau hin erbaut. Es war mit maximal 1270 Mann belegt. Die trockenen Gräben der Halblünette werden in der Front von einer Doppel- und einer Halbcaponniere sowie in der Kehle durch eine turmartige Caponniere flankiert. Auf der Wallanlage wurde um 1880 nur eine geringe Anzahl an Hohltraversen zu Anpassung an die Anforderungen der Festungsartillerie errichtet.

Das bogenförmige Reduit diente als Defensivkaserne für das Ulmer Fußartillerie Bataillon. Im Inneren des Werkes entstanden im Laufe der Zeit zahlreiche Kasernen- und Nebengebäude. Das Fort wurde bis 1945 von verschiedenen Abteilungen des Militärs als Unterkunftsraum genutzt. Bei Bombenangriffen im 2. Weltkrieg wurde das teilweise als Luftschutzkeller ausgewiesene Fort von mehreren Sprengbomben getroffen, teils sind die Schäden noch heute sichtbar (Bresche in der linken Frontmauer).

In der Nachkriegszeit wurde die Anlage als Notunterkunft und als Standort vieler Kleinbetriebe genutzt. In diese Zeit fallen auch die größten Zerstörungen der Anlage wie das Ausbrechen von Fensteröffnungen, das Auffüllen der Grabenanlagen mit Müll und Schutt, das Abbrechen von Mauerdächern und die Vernachlässigung der Wallpflege. Erste Schritte zur Restaurierung / Sicherung des Werkes wurden seitens der Stadt Ulm bzw. des Bundes in den 1980er Jahren unternommen.

Nachdem die Bundeswehr die Anlage in den 1990 Jahren verlassen hat wurden die historischen Kasernengebäude von der Waldorfschule Ulm genutzt. Zahlreiche Neubauten wurden im Inneren des Werkes errichtet und bestehende Gebäude unschön aufgestockt. Im Reduit sind verschiedene Ulmer Vereine untergebracht.

Im Winter 2007 hat der Förderkreis zusammen mit der Feuerwehr Ulm eine erste Arbeitsaktion im Bereich der rechten Halbcaponniere durchgeführt. Auf dem Erddach und der Mauer wurden kleinere Bäume und Büsche entfernt, die mit ihren Wurzeln bereits das Mauerwerk erheblich beschädigt hatten.

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